BarCamp Graz 2010

Lange darauf gewartet und nun ist es doch vorbei:  BarCamp Graz 2010.
Ich muss ja sagen, dass ich nicht zu jenen Web- und Mediendesignern (oder ähnlichem) gehöre, die sich mit so etwas auskennen. Also mit dem Computerkram, der Software und all dem anderen für mich unaussprechlichen Dingen.
Daher ist es womöglich mal interessant zu erfahren, wie jemand wie ich eine solche Veranstaltung gesehen und wahr genommen hat.
Abgesehen davon, dass mein Söhnchen einer der Organisatoren war und ich ihn in dieser Rolle mal live erleben wollte,  fand ich die gewählte Location interessant und ausgesprochen passend.   Dabei handelte es sich um “Der wilde Mann”, ein Gebäude das erstmals Brauerei, dann Gasthaus war und sich noch  bis vor ein paar Jahren im Besitz der Universität für Musik und darstellende Kunst befand.   Zur Zeit  dient es  als sog. Designspot im Rahmen des Designmonat Graz  und beihnaltet gleichzeitig eine Ausstellung über die aktuellen Cities of Design.    Im Anschluss daran soll das Gebäude als Wohn- und Büroraum genutzt werden.
Als ich am Samstag dann den “wilden Mann” betrat, fiel mir sogleich der harmonische Kontrast zwischen alt und neu auf.  Große Lüster hingen von den Decken mancher Räume und dunkle, knarrende Holzfussböden vervollständigten auf einfache Weise alte Zeiten mit neuen Ideen.  In einem Raum z.B. waren mehrere Holzpaletten aufeinander gestapelt und der Kontrast zu dem Kronleuchter kann man nur als unpassend passend bezeichnen und verlieh somit der Räumlichkeit in gewisser Weise ein spielerisches und leichtes Etwas.
Gemäß dieser lockeren Atmosphäre waren auch die Besucher locker und entspannt drauf.  Ein BarCamp ist ja in erster Linie dazu da, dass man sich austauscht und dass der Teilnehmer ein Referent und der Referent während des referierens zum Teilnehmer werden kann. Bei einem Vortrag über die “Privatsphäre im Internet” kam dies ganz deutlich zum Vorschein. Der Referent, ein junger angagierter Mann hatte in einem Raum der wie ein ramponiertes Theater aussah, Laptop und Leinwand aufgebaut und projizierte damit einige Listen und Bilder auf die Wand. Doch schon nach wenigen Minuten machte die Technik,  dem mit Sicherheit gut durchdachten Plan den Referenten, einen Strich durch die Rechnung und ließ das Gerät komische Geräuche machen, was ihn in seiner Funktion sicherlich einschränkte.
Alle blieben ganz locker, denn immerhin saß der Saal voll von Menschen die sich auf die eine oder andere Art und Weise einbringen und das Problem schnell beheben konnten.  Allerdings nicht für lange.
Letzendlich sprang immer irgendwer auf, bediente eine Taste und setzte sich dann wieder hin, um an der mitterweile aufgekommenen Diskussion teilzunehmen.  Der Referent kam immer weniger zu Wort, was ihm auch nichts auszumachen schien, denn das Thema sollte ja auch zum Reden animieren und es war interessant für mich zu hören, aus welch verschiedenen Perspektiven man ein Sache betrachten kann.
Nach 45 Minuten war die Diskussion zwar noch nicht beendet, aber die Zeit war vorbei und innerhalb einer Minute hatten sich alle zerstreut, um sich einem anderen Thema in einem anderen Raum zuzuwenden.
Durch die verschachtelten Räume und die damit verbundenen kleinen Gänge und winzigen Treppen, bekam das Ganze einen Touch von Familientreffen, vorallem da auch für das leibliche Wohl mehr als fürsorglich gesorgt war.
Alles in allem machte diese Veranstaltung für mich, die sich nicht mit diesen Dingen auskennt, einen sehr gut durchdachten und durchorganisierten Eindruck. Die Teilnehmer hörten aufmerksam zu, stellten die eine oder andere Frage oder gaben ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrungen gerne an die anderen weiter.

Also ich freue mich schon auf das nächste BarCamp.
Und für dich mein Söhnchen: “Gut gemacht” :-)



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