Was verdient eine Hausfrau?

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Menschen der immernoch der Meinung ist, dass Geld das wichtigste auf der Welt ist und für das es sich lohnt zu schuften.  Nun muss ich voraus schicken, dass ich nicht jemand bin der noch nie in seinem Leben gearbeitet hat. Im Gegenteil, denn abgesehen von meinen beruflichen Tätigkeiten habe ich zwanzig Jahre lang allein meine vier Kinder groß gezogen und sie zu verantwortungsbewussten Menschen heran wachsen lassen.
Ein Gehalt habe ich dafür natürlich nicht bekommen und “das bißchen Haushalt” läßt sowieso total viel Raum für jede Menge Freizeit ;-)
Dennoch, jetzt wo meine Kinder schon fast erwachsen sind, denke ich daran auch wieder mein eigenes Leben, mit meinen Vorstellungen und Wünschen in Angriff zu nehmen und inmitten dieser Überlegungen kommt dann diese Aussage, dass ich doch gefälligst arbeiten gehen soll. Da blieb mir doch für kurze Zeit die Spucke weg. So eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Zumal ich Niemanden in all den Jahren auf der Tasche lag, sondern stets mein eigenes Geld hatte um damit zu haushalten.
Tatsächlich ist es heute im 21. Jahrhundet immernoch so, dass die Frau die Spezies ist die nach wie vor am meisten ausgenutzt und abhängig gemacht wird. Wieso, so frage ich mich, wird  “Hausfrau und Mutter” nicht als eigener Beruf anerkannt?
Wieso erkennt man nicht, dass die Frau in dieser Zeit wertvolle Dienste am Staat und der Wirtschaft leistet und unter Aufbringung enormer Kräfte in einem 24-Stunden-Dienst ihre Kinder auf die harte Welt da draußen vorbereitet.
Klar, ich rede hier natürlich von Mütter die NICHT den Drogen frönen oder Prostitution als Hobby betreiben und dementsprechend ihre Kinder frühzeitig in ein ähnliches Milieu hinein manövrieren.
Aber was in Zahlen ausgedrückt ist eine Hausfrau und Mutter wert, wenn sie mindestens zwei Kinder groß zieht, einen Haushalt von zwei Erwachsenen (Eltern) und zwei Kinder bewältigt, einen 16-18-Stunden-Tag hat (an sieben Tagen in der Woche) und einen Ehemann hat der kaum zuhause ist und auch sonst die Hausarbeit als Frauensache bezeichnet?
Ist ihre Arbeit so viel wert wie der eines Facharbeiters? Denn eine Facharbeiterin ist sie ja. Oder so viel wert wie die eines Managers? Bestimmt sogar, denn welche Hausfrau ist keine Managerin eines Kleinunternehmens?  Aber vielleicht sollte man sie auch wertmäßig wie einen Diplomaten einstufen.  Google sagt “Ein Diplomat ist ein Regierungsbeauftragter, der auf Regierungsebene die völkerrechtliche Vertretung seines Staates in oder gegenüber ausländischen Staaten oder internationalen Organisationen vornimmt.” Da die Familie die kleinste soziale Einheit darstellt, ist es nur normal, dass die Frau darin mit Sicherheit als Diplomat fungieren muss, um Streitigkeiten auszugleichen, Harmonie wieder herzustellen und Gesetze human und nützlich für alle festzusetzen.
Also, wieviel würde eine Frau denn nun bekommen?  3000€? 4000€? Oder vielleicht sogar 6000 – 10000€ im Monat? Soviel bekommen doch wirklich gute Manager oder Politiker. (Politiker wahrscheinlich sogar mehr).
Aber die Hausfrau von heute bekommt nichts,  dafür aber die Aufforderung endlich arbeiten zu gehen.
Und wisst ihr was ich angesichts dieser Aufforderung dann am liebsten tun würde? Ich würde mich liebend gern nur noch stundenlang vor den Fernseher hocken, mich mit allem möglichem Essen auf 200 kg hoch mästen und die Tage dahin plätschern lassen ohne mir Gedanken über den nächsten Tag zu machen.
Ich tu dies alles natürlich nicht, aber es macht mich dann schon ein klein wenig depressiv, wenn ich sehe wie menschlich/frauliche Werte einfach so den Bach runter gehen.
Doch eines muss ich noch sagen:  Die allerbeste und allerhöchste Wertschätzung die ich für meine Arbeit als Hausfrau und Mutter sowieso je bekommen habe, stammt von meinen Kindern, die irgendwann mal zu mir sagten: Mama, das mit uns hast du echt gut hin bekommen :-)



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