Ostara

Jetzt ist es bald soweit.  In wenigen Tagen ist der 21.3. und somit der offizielle Frühlingsbeginn.
Naja,  nicht ganz offiziell.  Denn je nachdem ob der Frühling auf der Nordhalbkugel oder der Südhalbkugel gemeint ist,  unterscheidet man zwischen Nordfrühling und Südfrühling und außerdem kann man einen Frühlingsbeginn astronomisch festlegen,  also nach der Lage der Erde zur Sonne oder phänologisch,  nach dem Entwicklungsstadium der Pflanzen.
So beginnt deshalb auf der Nordhalbkugel der Frühling am 20. od. 21. und in seltenen Fällen bereits am 19. März und auf der Südhalbkugel am 22. od. 23. September.  Aber in der Meteorologie legt man den Frühling immer auf den 1. März,  da dies der einfacheren Statistikführung nützlich ist und eine bessere Einteilung möglich macht.
Ich allerdings habe mich auf den 21.3. festgelegt,  da ich in Europa lebe und mir dieses Datum traditionell erscheint.  Bei den alten Urvölkern wurde der Frühlingsbeginn (noch vor dem julianischen und gregorianischen Kalender) zusammen mit dem Beginn des Tierkreiszeichen Widder festgelegt und gefeiert und als das “Haus der Freude” bezeichnet.  Geht man davon aus,  dass die Winter in frühen Zeiten weitaus härter waren als das heute der Fall ist,  kann man die Freude auf wärmere Temperaturen sehr gut nachvollziehen und auch,  dass unsere Vorväter das wieder kehrende Leben in Verbindung mit einer strahlenden, schönen und jungen Göttin verbanden,  die stark und siegreich aus dem Dunkel des Winters empor stieg und Ostara genannt wurde.
Nun, warum aber wählten die Menschen damals diesen Namen?  Laut etymologischem Lexikon hat dieser Name mit dem Wort “Osten” zu tun,  wobei Osten wohl auf die indogermanische Wortwurzel  “aues” = leuchten, ausleuchten, hell werden zurück geht.  Also dachte man sich, dass am Tag der “Tagundnachtgleiche” eine leuchtende,  gottgleiche Gestalt aus der Kälte hervor tritt,  um das Fest der Geburt, des Werdens und der beginnenden Wärme zu feiern.
Jakob Ludwig Karl Grimm,  einer der berühmten Gebrüder Grimm,  Philologe und Sprach- und Literaturwissenschaftler behauptete,  dass die Herkunft des Wortes “Easter” (Ostern) in Zusammenhang steht mit einer früheren germanischen Göttin namens “Eostrae”.  Allerdings ist diese Annahme bis zum heutigen Tag ziemlich umstritten und nicht offiziell anerkannt.
Aber was soll’s.  Der Frühlingsbeginn,  Ostern,  Ostara und auch das Tierkreiszeichen Widder haben mit Neubeginn,  Auferstehung,  Leuchten und Freude zu tun und für mich kommt es genau auf diese Aspekte an.  Kalendarisch scheint der 21.3. der Tag zu sein,  der bei den meisten mit dem Frühlingsbeginn zusammen fällt und selbst die Israeliten feiern an diesem Tag ihr jahreszeitliches  “Überschreitungs-Fest”,  während die Griechen um die selbe Zeit das Fest des  “durch die Tür schreitenden Dionysos”  feiern.
Bei den frühen heidnischen Völkern hatte dieses Fest der Wiederkehr der Sonne und die Geburt des pflanzlichen Lebens eine tiefe Bedeutung und wurde mit vielen verschiedenen Ritualen und Symbolen gefeiert.  So ist es nicht verwunderlich,  dass früher wie heute bunte Eier im Gras versteckt werden,  wobei das Ei für  “das Wunder des Lebens in sich”  steht und dessen bunte Hülle die Vielfalt des pflanzlichen Lebens darstellt.  Niemals sollte deshalb ein Eier suchen im Haus statt finden,  denn nur in der Natur und in Verbindung mit fröhlich umher springenden Kindern die sich eins ums andere über jedes noch so kleine Ei freuen,  kann das Fest von Ostara,  der Bringerin des zunehmenden Lichts  so richtig gefeiert werden.
Dies ist auch die beste Zeit um Neues anzufangen,  neue Ideen zu entwickeln oder lang gehegte Vorstellungen endlich in die Tat umzusetzen,  denn mit der Kraft der Sonne und des Frühlings können wir Taten vollbringen die bisher nur latent in uns schlummerten,  nun aber gleich den Widderkräften nach vorne drängen und gelebt werden wollen – wenn wir sie denn lassen  :-)



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