BarCamp als “offener Raum”

Wie so oft bei neu aufkommenden Begriffen und Definitionen,  sind diese oft mit anderen Begriffen verbunden oder gehen daraus hervor.  BarCamp ist,  wie ich schon im voran gegangenen Text beschrieben habe,  ein Zusammentreffen von Menschen die selbstorganisiert,  aber dennoch mehr oder weniger spontan Vorträge und Diskussionsrunden abhalten und somit vom Teilnehmer zum Vortragenden werden, oder ganz nach Interesse auch in umgekehrter Reihenfolge verfahren können.
Da mich die Thematik sehr angesprochen hat,  recherchierte ich noch ein wenig rum und fand heraus,  dass der Begriff BarCamp und die damit verbundene Definition im Zusammenhang mit der Open-Space-Methode steht.
Open-Space,  das klingt wunderbar und meine Science- fiction-Fan-Ohren hören neben der “Offener, weiter Raum”  Übersetzung auch noch viele andere phantasievolle Möglichkeiten der Definition.
Ähnlich wie bei einem BarCamp gilt auch hier eine charakteristische Offenheit in Form von Themenvorschläge der Teilnehmer,  wobei Open Space einen “offenen Raum” schafft,  in dem sich Menschen selbstorganisiert treffen und ihre Anliegen gemeinschaftlich bearbeiten können.  Das Schöne daran ist,  dass es keine vorgeschriebenen Themen gibt und jeder Einzelne das ansprechen kann,  was ihm am wichtigsten erscheint.  Ob das nun Dinge betrifft die mit der eigenen Tätigkeit zu tun haben,  persönliche Fragen,  komplexe Themen oder gar Konflikte beinhaltet.  Es ist vollkommen egal,  denn immer kommen Menschen mit der gleichen Thematik zusammen und haben so die Möglichkeit aus eigener Erfahrung zu sprechen,  Anregungen zu geben oder selbst eine Problematik in der Themengruppe vorzubringen und Lösungen zu bekommen.
Das gegenseitige Verständnis steht hier an erster Stelle und die ist auf jeden Fall gegeben,  denn immer treffen sich Menschen in Gruppen die eine Thematik bearbeiten wollen,  die ihnen am Herzen liegt und die für alle wichtig ist.
Dennoch bleibt genügend Spielraum  für allgemeine Themen die neue Ideen,  kreative Lösungen,  zukunftsweisende Methoden oder dringende Bearbeitung beinhalten,  wobei die Bearbeitung eines Themas einer einzelnen Person ebenso viel Gewicht hat,  wie die Bearbeitung kollektiver Anregungen und Gedanken.
Der dennoch wesentliche Unterschied zum BarCamp liegt darin,  dass ein BarCamp eher bestimmte Rahmenbedingungen (PolitCamp, iPhoneCamp usw.)  angibt und die Nachfrage zur Klärung oder Wissenserweiterung in einem ausgewogenen Verhältnis steht,  da diejenigen die etwas anbieten  (Vortrag, Diskussionsrunde) das Programm festlegen und diejenigen die sich interessieren aus einem reichhaltigen Angebot frei wählen können und gegebenenfalls selbst zum Anbieter werden.
Trotzdem ähneln sich BarCamp und Open Space dahin gehend,  dass sie eine offene, leichte und transparente Plattform schaffen,  auf der sich Menschen aller Art treffen und austauschen können und somit im kameradschaftlichen Kollektiv ein ganz persönliches “Social Media”,  also ein soziales Netzwerk darstellen und leben.



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