Lebensberatung als Philosphie? VII

Würde ich also annehmen,  dass ich ein Solipsist bin und somit das Einzige was existiert,  so hätte ich aber gleichzeitig nicht die Möglichkeit auch nur anzunehmen,  dass außerhalb von mir etwas existeren könnte.  Ich würde nicht mal darüber nachdenken,  denn warum sollte ich über etwas nachdenken,  dessen Nicht-Existenz für mich absolute Wahrheit bedeutet.
Nun, als Solipsist denke ich aber trotzdem darüber nach und somit habe ich schon einen kleinen Fleck auf meiner solipstischen weißen Weste.  Das erinnert mich irgendwie an die Atheisten,  die behaupten dass es keinen Gott gibt.  Sie sagen: es gibt keinen Gott.  Schon komisch,  denn in dieser kleinen Behauptung ist beides, Dafür und Dagegen enthalten.  Es gibt – keinen Gott.   Also zuerst behaupten sie dass es einen Gott gibt und dann widerlegen sie ihre eigene Aussage im gleichen Atemzug.   Es ist als würden sie sagen: “Siehst du, es gibt einen Gott. Er sieht so und so aus und wohnt dort und dort.  Und jetzt muss ich dir aber sagen,  dass das was ich dir gerade gesagt habe, nicht wahr ist,  denn es gibt keinen Gott.  Auch wenn ich ihn gerade beschrieben habe.
Hm, da soll sich einer auskennen.
Aber Gott lassen wir mal außen vor.  Wir waren bei der Existenz oder Nicht-Existenz eines “außerhalb” von mir.
Richte ich mich nach dem am Anfang genannten Argument,  so muss ich ganz konkret darüber nachdenken, ob nun Etwas außerhalb von mir existieren kann oder nicht.  Diese Form des Nachdenkens nennt man auch mitunter “Skeptizismus”.  Google sagt:   Der Skeptizismus (altgriechisch σκέπτεσθαι/ sképtesthai = schauen, spähen) ist eine philosophische Richtung, die den Zweifel zum Prinzip des Denkens erhebt und die darüber hinaus jede Möglichkeit einer Erkenntnis von Wirklichkeit und Wahrheit in Frage stellt. Mit dem Wort Skepsis bezeichnet man jeden kritischen Zweifel, ein Bedenken, auch ein Misstrauen oder Zurückhaltung.
Da wir nur in der Lage sind über das nachzudenken was gerade gegenwärtig ist,  können wir auch nichts über das wissen,  was wir als “Vergangenheit” oder “Zukunft” bezeichnen und auch nicht wirklich etwas davon wissen,  was angeblich außerhalb von uns ist.  Und das wiederrum heißt,  dass wenn wir uns nicht sicher sind,  dass es eine Welt außerhalb unseres Bewusstseins jetzt gibt,  wir auch nicht sicher sein können,  dass wir in der Vergangenheit gelebt haben.
Genau dies sind Gedankengänge,  die die Skeptiker unter uns nur allzu gerne denken.  Aber das ist kein Urteil und auch keine Bewertung dieser Menschen.  Skeptiker schauen sich die Dinge einfach aus vielen Sichtweisen an und versuchen daraus eine Erkenntnis und Wahrheit zu finden.  Sicherlich, auch diese Erkenntnis kann dann in Frage gestellt werden,  aber so bleiben diese Menschen wenigstens gedanklich in Bewegung.



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