Lebensberatung als Philosophie? VI

Vielleicht fragst du dich,  nach fünf mal  “Lebensberatung als Philosphie?”  was denn das ganze mit Lebensberatung zu tun hat?  Naja, immerhin ist die Überschrift als Frage gestellt und das nun schon zum fünften mal.  Das heißt, dass ich noch keine Antwort darauf habe.  Desweiteren habe ich in den vergangenen Texten eher die Philosophie unter die Lupe genommen,  weil ich mir gedacht habe,  dass es Sinn macht,  erst einmal die Basis einer Überlegung oder einer Frage zu erörtern,  sodass ich dann darauf aufbauen kann.  Immerhin kann ich nicht wissen,  auf welchem Grund all die anderen Lebensberatung oder Philosophie aufbauen,  aber ich kann meine Sichtweise zum Besten geben.
Außerdem bin ich schon davon überzeugt,  dass Lebensberatung im eigendlichen Sinne sehr eng mit der eigenen und allgemeinen Philosophie zusammen hängt,  denn immerhin baut sich eine Lebensberatung auf eigene Erfahrungen, Werte, Erkenntnisse und Paradigmen auf und auch wenn behauptet wird,  dass es allgemein gültige, sprich universelle, also auf alle anzuwendete  Gesetze gibt,  so widerlege ich dies erst einmal,  in dem ich vom Grundsätzlichsten,  nämlich dem Menschen ausgehe.  Und das wiederrum heißt, von mir selber.
Gehe ich also davon aus,  dass es nur mich gibt,  da ich eben nur von mir selber aus etwas bestimmen, sehen, hören und denken kann,  so bin ich oder eher mein Bewusstsein das einzige was es gibt.  In der Philosophie nennt man diese Menschen SOLIPSISTEN und Googel schreibt folgendes: Der Solipsismus (von lat. solus allein und ipse selbst: nur ich selbst oder das Selbst allein) ist ein philosophischer Begriff. Er bezeichnet den erkenntnistheoretischen Standpunkt, nur das eigene Ich sei wirklich, während die Außenwelt und andere fremde “Ichs” nur Bewusstseinsinhalte ohne eigene Existenz darstellten. Alles Sein ist im eigenen Ich, im eigenen Bewusstsein beschlossen.
Aha, das heißt also, dass ein Solipsist denkt,  außer ihm gibt es nichts.  Macht eigentlich Sinn,  wenn man wie in den voran gegangenen Texten davon ausgeht,  das es uns unmöglich ist,  irgend etwas NICHT durch unsere Wahrnehmung wahr zu nehmen.
Im Philosophiestudium habe ich gelernt,  dass die Philosophie von René Descartes Ausgangspunkt dieser Überlegung sei,  denn Descartes behauptete,  dass es logisch und erkenntstheoretisch unmöglich wäre,  von der Existenz eines denkenden Ichs auf die Existenz weiterer Ichs zu schließen.   Descartes betont: “die Außenwelt könne ein bloßer Traum sein.” (Princ. philos. I, 4. Medit. I)
Und Arthur Schopenhauer meinte ganz lapidar,  dass es ohne beobachtendes Subjekt,  kein Objekt geben kann.

Wäre ich also eine Anhängerin des Solipsismus,  so gäbe es nichts außer mir und diese Zeilen auf auf meinem Blog würde ich auch nicht schreiben wollen,  denn wer sollte sie lesen,  da es ja Niemanden gibt der sie lesen könnte?
Andererseits würde es mir aber auch vielleicht Freude bereiten kreativ zu sein und einfach so mal locker vom Hocker etwas nieder zu schreiben,  was ich dann selbst lesen kann.  Wäre zwar eine einseitige Sache und ziemlich schizophren,  aber dennoch sinnvoll.  Immerhin könnte ich mir einbilden,  dass jemand anderes diesen Text liest und ganz begeistert davon ist, und er würde dann einen Kommentar dazu schreiben (den ja eigentlich ich schreibe) und vielleicht möchte dann ein anderer dass ich für ihn schreibe und dann würde ich ein Honorar dafür bekommen (das ich natürlich selber zahle)…….
Andererseits kannes  auch sein,  dass DU ein Solipsist bist.  Dann wiederrum hättest DU diese Zeilen geschrieben und danach auch gelesen.  Toll, was?





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