Tattoo

In zwei Stunden ist es wieder so weit.  Dann wird mein großes Tattoo noch ein wenig ausgeweitet.
Gestern noch habe ich mit Jemanden über meine Tattoos und deren Hintergrund gesprochen.  Allerdings hatte diese Person selbst kein einziges Tattoo und möchte sich auch keines stechen lassen.  Mir selber wurde im Gespräch gewusst,  wie viel an Bedeutung hinter den Bildern und Symbolen steckt,  die mitterlerweise meine beiden Arme bedecken (und es sollen ja noch mehr werden, da ich jetzt “Blut geleckt habe” :-) )
Da gibt es Phönixe (ist das die Mehrzahl von Phönix?),  zwei Schlangen in Form einer DNA, die Blume des Lebens, einen Menschen mit Flügel, eine gläserne Pyramide, ein Ankhkreuz, Schmetterlinge und eine Eule.  Naja, letzteres ist auf meinem Bauch.
Nichts von diesen Dingen ist für mich unsinnig oder einfach aus einer Laune heraus entstanden und ich habe viele Jahre gewartet,  bis ich den ersten Stich hab machen lassen.  Mittlerweile schaue ich die Endergebnisse einfach selbst gerne an und erinnere mich jedesmal an die ganz speziellen Bedeutungen,  deren Tiefgang ich jeden Tag vor Augen haben möchte.

Als ich vor ein paar Wochen mal wieder zum tätovieren war,  kam ein ca. 30-jähriger Mann rein und fragte die Chefin, ob es möglich wäre,  dass man ihm ein handgroßes Hanfblatt ins Gesicht tätovieren könnte.  Abgesehen davon,  dass keiner in diesem Tattoostudio so was tätovieren würde,  kam mir diese Absicht des Mannes doch recht mutig vor,  aber auch provokant und eigentlich hätte ich mich mal gerne mit ihm darüber unterhalten,  warum er gerade dieses Bild eines Hanfblattes in einem so auffälligen Körperteil wie das Gesicht haben wolle.  Mit Sicherheit geht mit dieser Absicht eine provokante Absicht einher,  denn man kann bis auf das Gesicht und die Hände,  selbst an heißen Tagen alles andere bedecken, aber ein Hanfblatt im eigenen Gesicht lädt gerade zu ein, hin zu schauen.
Na, vielleicht treffe ich ihn mal und dann werde ich nach fragen,  was er sich dabei gedacht hat.



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