Lebensberatung

1990 habe ich angefangen meine Ausbildung als psycholog./esoterische Lebensberaterin und Körpertherapeutin zu machen.  Ja, das ist jetzt schon fast 20 Jahre her und ich konnte in dieser Zeit viele Erfahrungen sammeln.  Vielleicht denkt Ihr,  dass diese Erfahrung darin bestand, verschiedene Lebensgeschichten und Probleme erzählt zu bekommen,  die ich dann wohlwollend kommentierte und den Betreffenden Lösungsvorschläge in Massen vortrug.  Naja, ein bisschen war es auch wirklich so,  aber interessanter war die Erkenntnis,  dass die meisten der Menschen die zu mir kamen und eine Lösung für ihr Problem suchten,  im Grund genommen gar keine Lösung wollten.  Hm, klingt komisch – ist aber so.
Eine Voraussetzung für einen guten Zuhörer ist nicht nur Geduld und Einfühlungsvermögen,  sondern auch eine schnelle Auffassungsgabe und logisches Denken,  sodass man das Gesagte in verschiedene Verbindungen stellen kann, die dem Erzähler die eigene Problematik aus einem anderen Blickwinkel offenbart.  Ich versuchte also am Anfang, eine Art Bestandsaufnahme/Anamnese  zu machen,  um festzustellen in welcher Situation sich der Klient im gesellschaftlichen, partnerschaftlichen und beruflichen Umfeld befindet,  um so Schritt für Schritt eine Strategie in Sachen “Spiegel vorhalten” zu entwickeln.
Für mich war und ist es immernoch sehr wichtig,  dem Klienten  aufzuzeigen, wo er sich gerade befindet.  Denn auch wenn Jeder (und ich selber natürlich auch) Tag für Tag sein Leben lebt,  so vergessen wir allzu oft,  genau dieses Leben in seinen Einzelheiten bewusst wahrzunehmen.  Erst durch Krankheit, Unfall, Chaos und Katastrophen werden wir bewusst darauf gestoßen,  dass irgendetwas in unserem Leben schief läuft.  Und meistens geschieht dies,  mit dem Resultat einer blutigen Nase.  Kann ich den Ist-Zustand eines Klienten aufzeigen und demjenigen auch nahe bringen,  sodass er sich aus einer relativ neutralen Position heraus seinen Zustand anschauen kann,  ist schon viel gewonnen.  Aber leider nicht alles.  Denn eigenartigerweise wollen die meisten Menschen,  wenn auch unbewusst in diesem Zustand verharren,  weil er ihnen trotz  körperlichen und seelischen Schmerzen vertraut ist und sie im Wegfallen dieser Situation weniger eine Alternative finden als eher die Angst nichts mehr zu haben das sie kennen.
An diesem Punkt ist dann auch meine Lebensberatung zuende,  denn wie soll ich einem Menschen helfen,  der sich nicht helfen lassen möchte.  In den allerwenigsten Fällen ist es den Menschen ganz klar bewusst,  dass sie nichts ändern wollen und lieber in Althergebrachtem verweilen wollen.  Aber selbst diese Einstellung ist mir immernoch lieber,  als wenn ein Klient alle möglichen Entschuldigungen und Erklärungen findet,  um eine Veränderung nicht stattfinden zu lassen und weiterhin auf der Meinung besteht,  dass er wohl möchte, aber leider nicht kann.



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