Social Media

Die Idee einen Beitrag über soziale Medien zu schreiben,  bekam ich von meinem Sohn der gerade dabei ist,  sich als Web- und Grafikdesigner selbstständig zu machen.  Und zum Glück bin ich Jemand der sich für die neumodischen Entwicklungen,  die das Internet betreffen auch interessiert.  Allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt,  denn eines habe ich innerhalb weniger Wochen festgestellt:  Alle Bewegungen im Internet sind schnell,  kurzlebig und von Veränderungen durchdrungen. Und all dieses ständig wachsende und sich verändernde Wissen anzueignen kommt einer Sisyphos-Arbeit in Zusammenhang mit dem Öffnen der Büchse von Pandora gleich.   Wie wir wissen bestand  Sisyphos’ Strafe in der Unterwelt bestand darin, einen Felsblock einen steilen Hang hinaufzurollen. Kurz bevor er das Ende des Hangs erreichte, entglitt ihm der Stein, und er musste wieder von vorne anfangen. Heute nennt man deshalb Aufgaben, die trotz großer Mühen so gut wie nie erledigt sein werden, Sisyphosarbeit. (Quelle: Google)
Und die Büchse der Pandora als Vergleich heran zu ziehen ist auch nicht so abwägig.  Immerhin eröffnen sich einem mit jeder Zeile die man als Suchbegriff eingibt oft ungeahnte und mitunter auch abscheuliche Welten.

Die sozialen Medien Twitter, Xing, Facebook, Ping, Wiki usw. sind Segen und Fluch zugleich.  Zumindest habe ich dieses Empfinden.  Vielleicht liegt das auch daran,  dass ich stets nach einer guten, einfachen und mehr oder weniger endgültigen Lösung suche,  die es mir erleichtert, im Web Fuß zu fassen und mich gleichermaßen unters Volk mischen zu können und wahr genommen zu werden.  Immerhin ist das ja das wichtigste Anliegen nicht nur von mir,  sondern von allen anderen auch.  Wir wollen wahr genommen werden.  Wir wollen über uns berichten,  Meinungen preis geben, uns beschweren,  an dem Leben anderer teil haben und diese auffordern an unserem teil zu haben.  Und natürlich dürfen wir nicht vergessen,  dass das Anbieten von Produkten und Dienstleistungen an potentielle Kunden ebenso im Vordergrund steht.
Wie gesagt,  eine tolle Sache.  Allerdings als mir mein Sohn die Vorzüge von Twitter auf meinem iPhone erklärte und ich im jugendlichem Leichtsinn SOFORT das Programm haben wollte,  war ich mir der Auswirkung noch nicht bewusst.  Sicherlich,  es ist keine große Sache seine kleinen Sätzchen “Ich sitze gerade im Cafe”, “Ich mache einen Schritt” oder “Oh, es regnet” ins Handy zu tippen,  aber wenn es erst mal los geht mit “folgen” und “verfolgt”  werden,  nimmt das Ganze doch ziemlich chaotische Dimensionen an.  Ich kam mit dem Lesen überhaupt nicht mehr nach,  denn natürlich bin ich am Anfang jedem gefolgt dem ich nur folgen konnte,  egal ob dieser über Politik, Wirtschaft, Geld, seine Schuhe, Pickel oder dem Käse auf seinem Brot twitterte.  Ich habe Wochen gebraucht, um dieses soziale Medium auf ein Maß zu beschränken, das mir angenehm und vorallem überschaubar erschien.
Heute “folge” ich ganz selektiv und konzentriert und suche mir wirklich diejenigen raus,  deren Themen mich interessieren und von denen ich lernen kann und nach vielen Monaten im Twitterchaos und Twitterignoranzphasen habe ich die Kurve dann doch noch bekommen :-)
Nicht viel anders erging es mir dann auch mit den anderen sozialen Medien.
Was ich damit sagen will ist, dass  “Social Media” eine wirklich gute Sache ist,  aber dennoch aus zwei Seiten besteht die es zu beachten gilt.   Denn so sanft, freundlich und zuvorkommend auch Unternehmen und Inhaber das Vehikel “Social Media”  nutzen (ich habe in einem anderen Artikel darüber berichtet),  sie tun es mit dem Hintergedanken ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen zu wollen.  Das ist in Ordnung und ich verurteile diese Art des Verkaufens auch nicht.  Aber ich weise darauf hin, dass der Endkunde sich ebenfalls dieses Instrument zunutze machen und die vorgegebene Transparents eines Unternehmens unter die Lupe nehmen kann.  Soziale Medien habe ich in meinem ersten Artikel eher aus der Sicht von Unternehmen beschrieben,  hier aber tue ich dies aus der Sicht des Kunden oder Interessierten.
Merke:  2,6 Millionen Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren haben in den letzten zwölf Monaten (Stand 2009) Waren oder Dienstleistungen im Internet gekauft.

Das allerwichtigste bei all diesen Neuheiten im Bereich “Social Media”  sollte aber die Erkenntnis sein,  dass wir es hier mit Menschen zu tun haben.  Menschen die Bedürfnisse, Wünsche und Träume haben.  Sei es,  dass sie die Erfüllung im Kauf eines  Produkts oder einer Dienstleistung finden,  oder dass sie die Erfüllung durch den Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung finden,  immer stehen Menschen dahinter.
Verlieren wir bei diesem neumodischen Begriff  “Social Media” eines nicht aus den Augen:  das Wort “sozial” im Sinne von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet,  was eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen) beinhaltet.



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