Flashmob in Graz

Nächste Woche, am 8.12.09 ist es soweit.  Ich werde mit meinem Sohn an meinem ersten Flashmob teilnehmen.
Das Wort “Flashmob” setzt sich aus flash = Blitz und  mob (von mobilis) = beweglich zusammen.  Dabei geht es um einen scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentliche Plätzen, wie z.B. in einem Bahnhof.  Von oben betrachtet laufen alle wie immer in der Bahnhofshalle herum oder stehen und warten.  Dann plötzlich wie aus heiterem Himmel beginnt einer zu tanzen, dann noch einer und noch ein Dritter und schließlich tanzen Dutzende von Leuten einen gemeinsamen und  erst in diesem Augenblick offensichtlich einstudierten Tanz.  Nach ein paar Minuten löst sich die Gruppe ebenso plötzlich wieder auf und die einzelnen Personen machen genauso weiter wie vor dem Tanz.  Ganz so als wäre nichts geschehen.
Vorläufer und Ideengeber von Flashmob ist angeblich Smart Mob , dessen Begriff auf den Bestseller des US-amerikanischen Psychologen Howard Rheingold aus dem Jahre 2003 zurück zu führen ist.  Dieses sanfte/ruhige bewegen hat eher einen politischen oder wirtschaftlichen Hintergrund und daher Sinnhaftigkeit und Zielgerichtetheit, obwohl es mittlerweile auch “Flashmobs” mit der gleichen Triebfeder gibt.
Smart mob ist eine anerkannte Organisationsform von Protesten und unterscheidet sich von Flash mob in der Sinnhaftigkeit zu ihrem Tun, während Flash mobs eher zwecklos sind und dazu dienen, Spass an der Freude zu haben und diese in einer großen Gemeinschaft mit einheitlichem Tun zu teilen.  Wobei die Gesichter überraschter Passanten und Zuschauer ebenso zur allgemeinen Freude beitragen.

So trafen sich am 201.08 ca. 700 Menschen in München, stürmten in eine Filiale von McDonalds und kauften dort 4385 Hamburger und Cheeseburger und bei einer ähnliches Aktion in Berlin belief sich eine Bestellung auf sage und schreibe 10355 Burger.
Am 4.4.09 trafen sich mehrere Jugendliche (1000 – 5000) zu einer Kissenschlacht vor dem Kölner Dom und am 8.7.09 versammelten sich mehr als 300 Personen an verschiedenen Stellen in Stockholm zu Ehren von Michael Jackson und tanzten zu Jacksons Lied “Beat it”.

Was auch interessant ist und was ich ebenfalls bei Google gefunden habe ist die Bezeichnung “Carrotmob“.  Dabei werden Menschen aufgerufen bei einem vorher bestimmten Ladenbesitzer, der sich zwar wie viele andere für diese Aktion beworben hat, aber nicht weiß ob er dran kommt, in einem bestimmten Zeitfeld einzukaufen.  Der Ladenbesitzer muss sich aber bereit erklären, einen Teil des gemachten Umsatzes in eine klimagerechte Sanierung seines Ladens zu investieren.  Brad Burton (US-amerikanischer Mitinitiator) sagt hierzu: “Wir halten der Wirtschaft die Karotte hin”.

Sachen gibts :-)   Auf youtube findet man einige Filme von Flashmobs und es macht schon Freude einfach nur dabei zuzusehen.  Wenn soviele Menschen mit der gleichen Intension zusammen kommen und Spaß haben,  ist das eine Kraft und Energie die hunderttausend mal mehr bewirkt, als wenn sich ein Schmetterling in China von einem Baum erhebt.  Und die Auswirkung eines Schmetterlingflügelschlag ist schon gigantisch, wie wir wissen.



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