Katzenblasensteine

Leute, ich kann euch sagen, das war eine beschi….. Sache am vorigen Wochenende (6.11.09).
Angefangen hatte es drei Tage vorher. Mein Kater Calion hatte irgendwie Schwierigkeiten beim Wasser lassen.  Er saß viel zu lange auf dem Katzenklo, machte den Rücken krumm und konnte doch nur wenige Tropfen Urin raus pressen.  Doch damit nicht genug, denn mehrmals am Tag hockte er sich in dieser Manier irgendwo in die Wohnung hin, krümmte sich ließ ein paar Tropfen fallen.  Mann, dachte ich. Der wird doch nicht markieren.  Immerhin hatte er keine Nüsse mehr und somit auch keine Munition die es zu verschießen galt.  Aber man weiß ja nie.  Der Instinkt bleibt vielleicht auch nach einer Kastration bestehen.  Auf jeden Fall tippte ich auch auf eine Blasenentzündung.  Und ich weiß von was ich rede, denn als Kind hatte ich oft eine Entzündung und ich kann mich erinnern, dass ich auch ständig auf die Toilette musste, aber nur ein paar Tropfen unter großen Schmerzen los werden konnte.  Naja, ich machte zwar nicht in die Wohnung, aber von der Grundtendenz her, kam mir das schon etwas bekannt vor.
Am Donnerstagvormittag dann (5.11.09) fuhr ich mit Calion zum Tierarzt und dort brach ich  erst mal in Tränen aus.  Hä, in Tränen?  Wegen einer schlichten Untersuchung?   Das müßt ihr verstehen, denn folgendes lag noch auf meinen Schultern:  Meine Tochter hatte einen Tag später Maturaball und ich hatte noch sooooo viel zu tun bis dahin, dass ich den Donnerstag fest eingeplant hatte, all diese Dinge noch zu erledigen, damit nicht alles auf den Freitag fällt.  Nun aber saß ich mit einem kranken Kater beim Arzt, ich war müde, unsicher und die Ärztin machte mich fertig, weil ich nach der Diagnose “Blasensteine” meinen Kater erst mal wieder mit nachhause nehmen wollte, um in Ruhe zu entscheiden, was ich tun wollte und auch evtl. eine zweite Meinung einholen.
Anstatt dass diese Frau mit fachlicher Kompetenz meine gereizten Nerven beruhigte, bedankte sie sich mit unverfrorenem Sarkasmus für dieses wunderbare Geburtstagsgeschenk für sie, nämlich dass ich einen hochgradig kranken Kater nicht sofort operieren lasse und dass mein Zögern absolut nichts mit Tierliebe zu tun hätte.     Ich fragte sie, was ihr Geburtstag mit meinem Kater zu tun hätte und dass es doch wohl ihr Problem sei, dass sie sich gerade diesen Tag als Geburtstag ausgesucht hätte.          Doch ihr verbaler Pfeil, mitten in mein schlechtes Gewissen und in meine Unsicherheit gab mir dann den Rest und auch wenn ich nicht mit schwachen Nerven geboren bin, so konnte ich in diesem Moment nichts anderes tun als in Tränen auszubrechen.  War immerhin besser als dieser Möchtegernbesserwisserinpseudoärztin eine Watschen zu verpassen, denn dieser Reiz wirkte ebenso in mir wie meine Unsicherheit.
Wir haben uns dann so geeinigt, dass der Kater erst mal für ein paar Stunden dort bleibt für weitere Untersuchungen und dass ich am Nachmittag noch mal kommen solle, was ich dann auch getan habe.   War wirklich ganz klasse, denn die Arztpraxis liegt etwas außerhalb von Graz und da komme ich, da ich kein Auto habe nur mit Bahn und Bus hin, aber wenn ich ein Tier zu transportieren habe, rufe ich meistens ein Taxi und die kosten ja bekanntlich Geld.  Toll! Ganz toll!
Auf jeden Fall sagte mir dann am Nachmittag eine andere Ärztin, dass es sich wirklich um Blasensteine handelte, die ich auch auf dem  Röntgenbild sehr klar in der Blase und im Harnweg erkennen konnte.   Tja, damit war Calions Schicksal besiegelt, und auch wenn ich am Abend noch mit einer anderen Ärztin gesprochen hatte, so kam mein Käterchen nicht um eine OP herum.     Also brachte ich ihn am Freitagmorgen wieder dort hin – im TAXI und holte ihn am Nachmittag wieder ab.
Blöde Sache, ganz blöde Sache.  Denn in der Zwischenzeit ging mir meine Tochter auf die Nerven.  Die Frisur musste gemacht werden,  die Kleider raus gelegt, die Nerven gereizt und das Umfeld beschimpft werden. Also volles Programm.
Als ich am Nachmittag Calion wieder abholte, hatte er eine fette Naht am rasierten Bauch, einen Katheter im Pimmel und eine Halsmanschette, damit er nichts raus reißt.  Das gefiel ihm natürlich überhaupt nicht und nachdem er wieder einigermaßen aus der Narkose erwacht war, versucht er alles mögliche, um dieses unangenehme Ding aus seinem Ding, und das ihm bis in die Blase reichte, wieder raus zu kriegen.  Bevor ich dann zum Maturaball ging, legte ich das Badezimmer noch mit alten Handtüchern aus und sperrte Calion darin ein, weil ja ständig Urin aus dem Schlauch raus lief.
Im Laufe des kommenden Tages schaffte er es doch irgendwie, den Schlauch raus zu ziehen und am Sonntag fiel mir auf, dass da wo die Blase sitzt, alles total dick war.  So als wäre die Blase voller Flüssigkeit.  Ich bekam es mit der Angst zu tun, weil ich annahm, dass er wieder nicht pinkeln kann und es vielleicht zu einem Rückstau in die Nieren und somit zu einer Vergiftung kommen könnte.   Also rein ins Taxi und nochmals zum Arzt.  Der stellte dann fest, dass die innere Naht der Blase aufgegangen war und sich der Darm irgendwie vorgelagert hätte und deshalb alles so dick wäre.  Ich wagte garnicht zu fragen was denn nun zu tun wäre, da ich es schon ahnte:   eine weitere OP um die innere Naht wieder zu schließen. :-(   Mir tat mein Kater so unendlich leid.  Innerhalb weniger Tage zwei mal OP, mehrere Male in die enge Transportkiste und Medikamente und Spritzen.  Aber ich sah in diesem Fall keine andere Alternative.  Und der ganze Spaß hatte mich mittlerweile über 250 Euro gekostet.

Das ist jetzt drei Tage her und Calion geht es immer besser.  Er bekommt jetzt ein Diätfutter, das ich ihm unter das übliche Futter mische, damit sich keine neuen Steine mehr bilden.  Bei ihm scheint es so von Natur aus zu sein,  dass er anfällig für Blasensteine ist,  auch wenn er wirklich gutes und artgerechtes Futter bekommt.  Eben eine Laune der Natur.  Zumindest so lange, bis ich etwas anderes weiß.
Jetzt geh ich mit ihm kuscheln und dann machen wir mal weiter  :-)



Comments are closed.